zurück Interdisziplinäres Forum »Jüdische Geschichte und Kultur in der Frühen Neuzeit und im Übergang zur Moderne«
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Referate der 4. Arbeitstagung, 28. Februar - 2. März 2003

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Reisen und Mobilität in den Lebenserinnerungen des Ascher Levi aus Reichshofen im 16. Jahrhundert

Stefan LITT

Stefan LITTs Beitrag galt einem alten Genre: Seit dem frühen Mittelalter existieren Reiseberichte von Juden aus allen Kulturbereichen, die in oft langen und strapaziösen Reisen die damals bekannte Welt besuchten und vor allem Kunde von den Gemeinden ihrer Glaubensgenossen lieferten. Aus der Frühen Neuzeit sind es die vereinzelten Memoiren von aschkenasischen Juden aus Mitteleuropa, die uns Einblicke in das Alltagsleben und die damit verbundenen Reisen ermöglichen. Ein relativ früher Text ist der des Ascher Levi aus Reichshofen, der 1913 von Mosche Ginsburger ediert wurde.

Ascher Levi berichtet in seinen Erinnerungen aus der Zeit von seiner Geburt im Sommer 1598 bis zum Jahr 1635. Er verfasste seine Memoiren nicht in Jiddisch, sondern in Hebräisch, was auf einen recht hohen Bildungsgrad schließen lässt. Am 6. Elul 5372 (3. September 1612) brach er gerade vierzehnjährig nach Böhmen auf, um seine Talmudstudien weiter voranzutreiben – sicher das für seine Jugendzeit einschneidendste Erlebnis. Vor allem die Schilderungen seiner fünf Reisejahre durch Böhmen und Südostdeutschland vermitteln ein lebendiges Bild der Reiseumstände eines jüdischen Jugendlichen im frühen 17. Jahrhundert und der dabei meist zu Fuß zurückgelegten weiten Entfernungen. Bald nach seiner Rückkehr in seine Heimatregion begann der Dreißigjährige Krieg; daher dürfte wohl vor allem den gefährdenden Umständen auf den Straßen in kriegerischen Zeiten geschuldet sein, dass sich die von Ascher Levi geschilderten Reisen nach seiner Eheschließung vornehmlich im engeren regionalen Rahmen bewegten.

Bericht: Birgit Klein

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